| Der Kokainkonsum in der Schweiz nimmt weiter zu – darauf weist eine aktuelle Analyse von Sucht Schweiz hin. Die Auswertung verschiedener Datenquellen zeigt nicht nur einen generellen Anstieg des Konsums, sondern auch klare Hinweise darauf, dass bestimmte Berufsbranchen besonders betroffen sind.Auffällig sind insbesondere Arbeitsfelder mit langen Arbeitszeiten, hohem Leistungsdruck und einem hohen Männeranteil. Dazu gehören unter anderem das Baugewerbe, die Gastronomie sowie Teile der Kunst- und Unterhaltungsbranche. In diesen Kontexten wird Kokain teilweise nicht nur im Freizeitkontext, sondern auch funktional eingesetzt – etwa zur Steigerung von Wachheit, Leistungsfähigkeit oder Selbstsicherheit im Arbeitsalltag.
Die Analyse zeigt zudem, dass Kokain längst in der breiteren Gesellschaft angekommen ist. Ein grosser Teil der Konsumierenden ist erwerbstätig, sozial integriert und konsumiert die Substanz gelegentlich oder regelmässig. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und Männer. Gleichzeitig wird deutlich: Der Übergang von gelegentlichem zu problematischem Konsum verläuft oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Sucht Schweiz betont deshalb die Bedeutung gezielter Prävention in besonders belasteten Arbeitskontexten. Klassische Angebote erreichen erwerbstätige Personen mit beginnendem problematischem Konsum häufig zu spät. Wirksame Ansätze sollten deshalb stärker in den Arbeitsalltag integriert und auf spezifische Risikogruppen ausgerichtet werden. |
